
Inhalt
Eigentumsquoten in Europa
Eigentum ohne Kredit
Eigentum mit Kredit
Quantität und Qualität
Natürlich sagen die Eigentumsquoten nichts über die Qualität oder gar die Durchschnittsgröße der Wohnungen aus. In Polen fallen diese im Schnitt wesentlich kleiner aus. Doch was kann man mit dieser Information machen? Es wäre hier interessant herauszufinden, welcher Vorteil überwiegt. Und das wird man, in meinen Augen, nie herausfinden. Man müsste nämlich zwischen dem Nichtzahlen der Miete gegen die Gemütlichkeit einer größeren Wohnung gegeneinander abwiegen. Hierzu müsste man jedoch auch die kulturellen Unterschiede einbeziehen.
Keine soziale Absicherung in Polen
In Polen gibt es bestimmte soziale Transferleistungen, in einigen Fällen auch Sozialhilfe, aber ganzheitlich betrachtet existiert so etwas wie Sozialhilfe nicht wirklich. Wenn man in Polen arbeitslos wird, bekommt der Arbeitslose vom Amt ca. 200€ Arbeitslosenhilfe. NAch 12 Monaten ist Schluss. Mehr gibt es auch erstmal nicht. Wenn man eine Sozialwohnung benötigt, kann es sein, dass man diese erst nach ein paar Jahren bekommt, vorausgesetzt, man braucht sie dann überhaupt noch. Die Ämter arbeiten in dieser Hinsicht alle unabhängig voneinander.
Das führt dazu, dass man sich in Polen auf anderem Wege absichern muss. Ein Wohnungs- oder Hauskauf ist dahingehend der beste Weg, um in Zeiten der höchsten wirtschaftlichen Aktivität Eigentum zu erwerben, um in schlechteren Zeit oder während der Rente sozial nicht ins Abseits gestoßen zu werden. Hat man nämlich erstmal Eigentum, dann übersteht man jede lebensbedrohliche Krise.
Sicherheit ist romantisch.
In Deutschland hat jeder Bürger eine staatliche Garantie, dass wenn es mal im Leben nicht so rund läuft, die Gesellschaft ihn auffängt. Die entsprechenden Ämter werden diesen einen Bürger mit einem definierten sozialen Minimum ausstatten. Dahinter steckt ein faszinierendes System der sozialem Absicherung, von der man in Polen nicht träumt.
Es ist ein Differenzspiel zwischen der Sicherheit und Freiheit. Entweder man begibt sich in die staatliche Obhut und erhält dafür die Exitenzgarantien oder aber man hält den Staat auf Distanz und genießt die Freiheit.
Obwohl ich der festen Überzeugung bin, dass man beide Existenzphilophien miteinander vereinen kann, handelt es sich hier um mehr als nur eine gesetzlich geregelte Beziehung zwischen Bürger, Gesellschaft und Staat. Dieses Beziehungsdreieck resultiert nämlich aus der Erfahrung der Geschichte und den kulturellen Einflüssen des jeweiligen Landes.
Letzten Endes führt diese spürbare Sicherheit in Deutschland ebenfalls dazu, dass ein Wohnungs- oder Hauskauf nicht die höchste Priorität genießt. In Polen IST das Eigentum die soziale Absicherung.
Fazit
Seit ich mir meiner Person bewusst bin, höre ich die Diskussionen über das „bessere System“. In Deutschland dies, in Polen das… Es sind Gespräche, bei denen die Diskutierenden allen ernstens glauben, dass sie ihr Gegenüber überzeugen können. Derweilen sind das doch alles nur Zustände, die man allerhöchsten aus reiner Neugier beschreiben kann. Ich kann denjenigen, die es betrifft,, wirklich nur raten, vorsichtig zu sein mit der Überheblichkeit, mit welcher sie „ihr System“ preisen und hervorheben. Jedes Land durchlebt nicht die gleiche Geschichte und verfolgt zudem auch nicht dasselbe Ziel. Die oben genannten Zahlen sprechen eine deutliche Sprache und die Symptome muss man der entsprechenden Krankheit zuordnen, andernfalls verschreibt man die falschen Tabletten. Wenn es also keine Gleichzeitigkeit der Geschichte gibt, gibt es demzufolge auch keine Geschichtsphilophie, die es zu erwarten gibt.







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