Rembrandt van Rijn hat einem Leben über 300 Bilder gemalt. Diese sind nun in der ganzen Welt verteilt und erfreuen die Augen der Betrachter. In Polen gibt es derer drei. Eines hängt im Czartoryski-Museum in Krakau, im ältesten Museum Polens. Zwei weitere befinden sich im Königsschloss in Warschau.
Das dumme dabei ist jedoch, dass sehr viele Besucher des Schlossmuseums diese ausgezeichneten Werke gar nicht zu Gesicht zu bekommen, weil sie nicht wissen, dass man dort auf sie stoßen könnte. Diese Bilder befinden sich nämlich in einer Seitenausstellung, die direkt nichts mit der Hauptausstellung zu tun hat. Die Museumsverwaltung ist bisher aber auch nicht auf die Idee gekommen, um diese doch sehr wichtige Information kenntlich zu gestalten. Auch wenn es mal irgendwo am Eingang erwähnt worden wäre.
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Warum wird Rembrandt in Warschau ignoriert?
Wenn man beispielsweise einen Flyer über das Czartoryski-Museum in die Hand gedrückt bekommt oder schon im Museum seine Eintrittskarte erhält, wird vor allem damit geworben, dass sich im Museum eines der größten Meisterwerke auf der Welt befindet, nämlich die Dame mit dem Hermelin von Leonardo da Vinci. Bei solch einem Malergenie kann man denn auch schon mal davon absehen zu erwähnen, dass sich nur einige Räume weiter Rembrandts Landschaft mit dem barmherzigen Samariter hängt. Dabei geht es jedoch um das Prinzip, dass Museen ihre bekanntesten und wertvollsten Objekte anpreisen, um so viele Gäste anzulocken, wie möglich. In Krakau klappt das dahingehend ziemlich gut.
Erst wenn alle, wirklich alle, wissen, wer Sigismund III. Wasa, Zygmunt August oder Kasimier der Große sind, wann Polen Moskau erobert hat, dass Frédéric Chopin und Marie Curie Polen sind, dass der Enigma-Code in Posen von polnischen Mathematikern geknackt wurde oder wer wen 1940 in den Wäldern von Katyn, Smolensk oder Miednoje ermordet hat …. ja, erst dann können wir uns auch um Rembrandt und seine großen Werke kümmern.
Welche Gemälde sind es nun?
Gemälde 1: Der Gelehrte am Schreibtisch
Der Gelehrte am Schreibtisch wurde 1641 vom 35jährigen Rembrandt gemalt. Das Portrait stand zunächst im Eigentum des letzten Königs von Polen Stanislaw August Poniatowski, der für sein Faible für die Schönen Künste bekannt war. Mit der Zeit gelang das Gemälde in den Besitz der Adelsfamilie Lanckoronski, deren Vertreterin Karolina Lanckoronska es dem Warschauer Königsschloss 1994 widmete.Lange Zeit nach dem 2. Weltkrieg galt das Bild als verschollen. Zwischenzeitlich wurde auch die Autenthizität, dass es von Rembrandt stamme, bezweifelt.
Nach zahlreichen Überprüfungen wurde 2006 schließlich Rembrandt zugeschrieben.
Die Ausmaße betragen 105,7 cm x 76,3 cm.

Gemälde 2: Das Mädchen im Bilderrahmen
Dieses Gemälde stammt ebenfalls von 1641. Man geht davon aus, dass der Gelehrte am Schreibtisch und das Mädchen im Bilderrahmen Vater und Tochter sind.
Durch ein Röntgenbild fand man heraus, dass sich unterhalb der obersten Schicht eine andere Frauengestalt befindet. Wahrscheinlich ist jene Figur nie beendet worden. Das Mädchen wurde also obendrauf gemalt.
Die Ausmaße des Gemäldes betragen 105,5 cm x 76 cm.








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