Arbeitslosigkeit in Warschau

Stand: Februar 2018

Das Statistikamt in Warschau (Urząd Statystyczny w Warszawie) veröffentlicht regelmäßig aktuelle Zahlen zum Arbeitsmarkt und speziell zur Arbeitslosigkeit in Warschau und der Wojewodschaft Masowien. Die letzten Zahlen stammen vom Februar 2018 und werden im folgenden Beitrag vorgestellt.

Arbeitslosenquote in der Wojewodschaft Masowien und Warschau

Aktuell

Aktuell beträgt die Arbeitslosenquote in Warschau: 2 %

Registrierte Arbeitslose

Im Februar 2018 waren 26 000 Menschen arbeitslos gemeldet.

Die folgende Tabelle zeigt eine Aufteilung nach bestimmten Merkmalen

FrauMann
Anteil an Arbeitsosen50%50%
Kein Recht auf Sozialhilfe82%88%
Langzeitarbeitslose50%51%
über 50 Jahre alt24%47%
jünger als 3017%10%
in der Mobilität eingeschränkt5%7%

Sozialhilfe

Ein Arbeitsloser bekommt in den ersten 90 Tagen 831,10 PLN Sozialhilfe. Nach die 90 Tagen sind es dann nur noch 652,60 PLN – aber auch nur solange das Recht auf Sozialhilfe besteht. Wie man oben gesehen hat, haben in Warschau 85 % aller Arbeitslosen kein Recht auf Unterstützung seitens des Staates.

Beschäftigungsgrad

In der Wojewodschaft Masowien sind ca 1,5 Millionen Menschen beschäftigt.

In Warschau sind ca. 1 Millionen Menschen beschäftigt.

Diese Werte haben sich seit Januar 2016 im Prinzip nicht verändert.

Durchschnittsgehälter

Der Durchschnittslohn liegt in Warschau aktuell bei 5939 PLN. 

Der Durchschnittslohn in Masowien ist 366 PLN geringer und liegt bei 5573 PLN.

Woher kommen die guten Zahlen?

Im Warschauer Arbeitsamt bekam ich die Antwort, dass es daran liegt, weil die Stadt einfach Super ist! Da ist sicherlich auch etwas dran. Warschau zieht aber auch tatsächlich an. Die meisten Arbeitslosen haben meist kein Abitur oder sind über 50 oder bilden sich nicht weiter. Hochschulabsolventen haben in der Hauptstadt keine Probleme eine geeignete Stelle zu finden.

Zudem werden die meisten Stellen im Dienstleistungssektor und im öffentlichen Segment geschaffen – und hier besteht immer eine hohe Nachfrage.

Die Zeiten, als Warschau schlichtweg eine Zentrum für Call-Center war, sind vorbei. Die sogenannten Shared Service Center übernehmen ihre Rolle, womit auch die Ansprüche der großen Konzerne wachsen.

Daher verwundert auch nicht die Tatsache, dass auch ein weiteres Finanzzentrum aus dem Boden gestampft wird. Warschau hat letztes Jahr die 5-Millionen-Marke bzgl. der Büroflächen überschritten und zieht weiter an. Es sind 14 Gebäude im Bau, die die Höhe von 100 Metern übersteigen werden und mit dem Varso-Tower entsteht gerade das höchste Gebäude in der Europäischen Union (noch mit GB).

Warschauer Wolkenkratzer im Überblick

Quelle: Urząd Statystyczny w Warszawie (Link)


 

(Link zum Beitragsbild)

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Kategorien:Wirtschaft und Politik

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  1. 2,5% Arbeitslose, das ist fraglos ein toller Erfolg. Eine andere Frage, 85,4% davon haben kein Recht auf Sozialhilfe. Das sind fast 26000 Menschen. Überwiegend Langzeitarbeitslose, jeder zweite davon vermutlich über 50 Jahre alt. Wovon leben die?

    • Diese Frage läßt sich so nicht beantworten, weil man darüber keine Statistiken führt und auch nicht führen kann.
      Sicher sind zwei Gruppen. 1. Es gibt Menschen, die kein Geld vom Staat brauchen, also kümmern sie sich auch nicht darum. 2. Einige sind registriert, arbeiten allerdings im Ausland oder in Warschau/Polen, aber schwarz.
      Man kann nur Vermutungen aufstellen. Auf der Straße sind sie jedenfalls nicht.

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