Jüdisches Erbe

Es war einmal ein jüdisches Warschau. Die Wannseekonferenz und ihre Folgen.

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Am 20. Januar 1942 wurde die Wannseekonferenz in Berlin einberufen, um die Vernichtung der Juden zu beschließen. Diese ekelhafte Entscheidung wurde nur einige Monate später gewissenhaft und brutal in die Tat umgesetzt, nachdem zuvor die Effizienz der Vernichtungsanlagen auf ein Maximum erprobt wurden. Schon am 22. Juli 1942 fuhren die ersten Transporte vom Umschlagplatz in Warschau nach Treblinka. Nach lediglich drei Monaten waren 300 000 Männer, Frauen und Kinder vergast worden. Das jüdische Warschau war verloren. Die größte jüdische Gemeinde Europas und eine der größten der Welt hörte auf zu existieren. 

Die Wannseekonferenz

Auf Einladung von Reinhard Heydrich, des Leiters des Reichssicherheitshauptamtes, kamen 15 Personen in einer Villa am Großen Wannsee in Berlin zusammen. Zehn von ihnen hatten einen Hochschulabschluss, wovon neun Juristen waren und acht einen Doktortitel besaßen. Sie nahmen sich das Recht über den Tod von 11 Millionen zu entscheiden. Bei der Wannseekonferenz sollte nur noch die Durchführung erörtert und die nötigen Mittel bestimmt werden. Die Durchführung der Endlösung bekam später das Kryptonym „Aktion Reinhard“, zu „Ehren“ des Leiters der Konferenz, der fünf Monate nach dem Treffen in einem Attentat in Prag zum Opfer fiel.

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Die Aktion Reinhard in Warschau

In Warschau begann die Aktion Reinhard am 22. Juli 1942. Im Warschauer Ghetto lebten zu jener Zeit knapp 350 000 Juden. In den Jahren 1940 – 1942 starben 100 000 durch Hunger und Krankheiten. Männer, Frauen und Kinder holte man willkürlich aus ihren Behausungen, trat sie zum Umschlagplatz am Nordende des Ghettos und transportierte sie in Viehwaggons zum Vernichtungslager in Treblinka. Bis zum 21. September wurden auf diese Weise 300 000 Menschen durch Vergasung ermordet. Die restlichen Juden arbeiteten weiterhin in Fabriken. Die vollständige Vernichtung des Warschauer Ghettos erfolgte im April 1943. Die Verrückten wollten Adolf Hitler zum Geburtstag einen Gruß aus einem judenfreien Warschau schicken. Doch einige hundert Juden wehrten sich und kämpften um einen würdevollen Tod mit einer Waffe in der Hand. Von Freiheit war keine Rede.

Das Vernichtungslager in Treblinka funktionierte bis Mitte November 1943. In dieser Zeit wurden dort zwischen 780 und 950 Tausend Menschen ermordet. Der letzte Überlebende und Zeitzeuge aus Treblinka war Samuel Willenberg, der 1950 nach Israel ausgewandert ist. Er verstarb im Februar 2016.

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