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Deutschlandstart von „Bad Boy“: Polnischer Erfolgsfilm kommt in die Kinos

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Knallhart, unbarmherzig und mit harter Kante: Der neue Film von Regisseur Patryka Vegi „Bad Boys“ startete am 5. März in den deutschen Kinos und zeigt Polens Fußballwelt von einer rauen Seite. Bereits auf den Berlinale-Screenings des Verleihs konnte der Film begeistern. Nun läuft der Film auch schon seit fast einer Woche im Kino – und das mit Erfolg.

Filme aus dem Ausland erfreuen sich in den Kinos immer größter Beliebtheit. Dabei ist keineswegs von den amerikanischen Produktionen die Sprache, sondern russischen oder polnischen Filmen. Hier wird besonders auf kulturelle Aspekte gesetzt, die den Nerv der Zuschauer treffen. Die Zielgruppe mag überschaubar sein, ist aber dem Genre treu: In Kinoketten wie CineStar oder CinePlex laufen regelmäßig eigene Reihen, die zudem in Originalsprache vorgeführt werden und die fokussierte Zielgruppe begeistern. Eine willkommene Abwechslung, die seit 5. März mit „Bad Boy“ eine weitere Filmperle gefunden hat.

Der neue Streifen von Regisseur Patryka Vegi spielt im Kickermilieu und wirft einen Blick auf die undurchsichtigen Verbindungen in polnischen Fußballclubs. Als Hauptfigur agieren zwei Brüder, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Piotr ist Polizist, während Pawel eine wichtige Größe innerhalb einer Fußballgang eingenommen hat. Sein Bruder bleibt ihm trotzdem treu und setzt sich für ihn ein. Die Situation eskaliert.

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Keine Anti-Haltung gegenüber Fußball

Dabei setzt der Film auf einen wichtigen Punkt: Er nimmt keine Anti-Haltung gegenüber dem Sport ein, sondern betrachtet die weitreichenden Verstrickungen von außen. Das wird allein dadurch deutlich, dass sich neben den Hauptdarstellern Maciej Stuhr, Andrzej Grabowski und Antoni Krolikowski auch die beiden polnischen Nationalspieler Kamil Grosicki und Slawomir Peszko die Ehre geben. Das Filmprojekt möchte viel mehr mit dem Fußball daran arbeiten, den Fokus auf das Feld zu richten als fragwürdigen Clubs Aufmerksamkeit zu schenken.

Passend zum Filmstart zeigte sich, dass Polen im internationalen Fußball sein berechtigtes Standing hat: Juventus Turin-Spieler Wojciech Szczesny erhielt einen verlängerten Vertrag bis 2024, was sich positiv auf die Fußball-Quoten und die wachsende Hoffnung auf den italienischen Pokal auswirkt. Der Verein will seine klare Nummer 1 weiter an sich binden und spielt sich weiter an die Spitze des europäischen Fußballs. Die Chancen auf den Sieg im kommenden Champions League Finale befinden sich aktuell aber noch im vorderen Mittelfeld: Derzeit wird mit einer von 15,00 (Stand: 11.3.) auf einen Gesamtsieg getippt. Der Verein will seine klare Nummer 1 weiter an sich binden und spielt sich weiter an die Spitze des europäischen Fußballs.

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Kinostart unter guten Vorzeichen

Angesichts dieser Vorzeichen kann der Deutschlandstart von „Bad Boy“ nur unter guten Vorzeichen stehen. Der Film ist in seinem Heimatland bereits am 21. Februar gestartet und fuhr dort gute Kritiken ein. Frankreich, Irland und Großbritannien werden „Bad Boy“ im Laufe des März jeweils als Limited Release in ihre Kinos bringen. Der deutsche Verleih Kinostar hofft, dass die aufkommende Euphorie der EM die fußballinteressierten Filmfans auch in die Kinos zieht. Ein wünschenswerter Erfolg, der an das polnische Schwarz-Weiß-Drama „Cold War – Der Breitengrad der Liebe“ anschließen könnte: 2018 konnte der Film von Pawel Pawlikowski auf internationalen Filmfestivals zahlreiche Preise und Nominierungen für sich gewinnen.

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Europäer mit polnischem Herz und deutschem Hirn! Jurist, lizenzierter Stadtführer in Warschau, Hobbyfotograf, Deutschlehrer.
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