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Bau des Varso Tower April 2018 / Aleksander Kalka [© All rights reservered]

Vom Chmielna Business Center zum Varso Tower

Am 01. September 2016 habe ich auf MeinWarschau über das Chmielna Business Center geschriebenDamals war das Projekt noch ungewiß und es lagen auch noch keine verbindlichen Visualisierungen des Gebäudes vor. Man wußte lediglich, dass der Wolkenkratzer 310 Meter hoch in den Himmel ragen würde. Diese Höhenmeter erregten in Polen aber auch europaweit viel aufsehen, da somit das höchste Gebäude innerhalb der EU in der polnischen Hauptstadt stehen würde. Damals sollte der Wolkenkratzer Chmielna Business Center heißen. Der Name rührte aus der Tatsache, dass das Gebäude (u.a.u) an der Chmielna-Straße liegt. Am 10. Januar 2017 hat der Investor auf der lang erwarteten Pressekonferenz die Gerüchte über den Bau bestätigt, allerdings wurde das Gebäude umbenannt und wird nun offiziell Varso Tower heißen.

Eine Aktualisierung des ursprünglichen Beitrages will ich nicht vornehmen, um nicht unnötig Verwirrung zu stiften. Deshalb bleibt jener Beitrag bestehen. Hier nun folgt die aktualisierte Version.

Varso Tower an der ulica Chmielna

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Visualisierung / Pressefoto des Investors

Der Wissenschafts- und Kulturpalast ist seit 1955 das höchste Gebäude in Polen. Mittlerweile lebt die vierte Generation mit dieser Tatsache, sodass man glauben könnte, dass sie einem Naturgesetz gleichkommt. Der Kulturpalast mit seinen 237 Metern wird jedoch bald den ersten Podiumsplatz in Polen abgeben müssen. Der Varso Tower ist im Anmarsch und wird 310 Meter hoch sein.

Varso grenzt im Norden an die Chmielna-Straße, womit noch anfangs der Name des Gebäude zusammenhing. Der Haupteingang wird sich auf dieser Straße befinden. Auf dem Bild sieht man in der Mitte links den Zentralbahnhof und links vom Bahnhof die Einkaufsmall Złote Tarasy (Goldene Terrassen).

Das höchste Gebäude in der EU (Großbritannien mitgezählt)

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Noch ist Großbritannien Mitglied der EU, was zur Folge hat, dass The Shard (zur Homepage) noch das höchste Gebäude in dieser Vereinigung europäischer Staaten ist. Der Varso Tower wird zwar nicht viel, aber eben doch höher sein und zum Zeitpunkt seiner Einweihung zeitgleich zum höchsten Gebäude der EU ernannt.

Es muss hierbei jedoch ergänzt werden, dass es bis zum Dach „nur“ 230 Meter sind. Die Spitze des Turmes ist 80 Meter hoch. In offiziellen Höhenstatistiken rechnet man diese meistens hinzu, sodass es nun an den Briten liegt sich darüber den Kopf zu zerbrechen.

Die Gegend

Der neue Spitzenreiter Varso wird von den Straßen Chmielna im Norden und Aleja Jana Pawla II im Osten umschlossen. Der Haupteingang wird sich an der Chmielna-Strasse befinden. Im Süden und Westen befinden sich weitere Baugrundstücke, die in Zukunft ebenfalls mit Wolkenkratzern bebaut werden sollen. Geplant ist dort u.a. der 220 Meter hohe Centralna Park (Visualisierung: 7 Fotos). In unmittelbarer Nähe befinden sich weitere 11 Gebäude, die eine Mindesthöhe von 100 Metern erreichen und 4 sind im Bau oder befinden sich in der Planungsphase.

Stadtplan und Umgebungskarte des Varso Tower

Das Gebäude – ein Komplex

Varso setzt sich zusammen aus drei Gebäuden. Der Hauptturn wird mit seinen 53 Stockwerken eine Höhe von 310 Metern erreichen, das mittlere Gebäude wird 90 Meter und der kleinste Turm 81 Meter messen. Die kleineren Türme wachsen aus einem gemeinsamen Podium heraus, dessen Fassade aus Stein in der Farbe beige gehalten wird. Auf deren Dächern entstehen grüne Terrassen für die Angestellten des Bürokomplexes. Auf dem Parterre schaffen die Architekten ein öffentlich zugängliches Terrain mit Geschäften, Restaurants und Cafés. Unterirdisch wird das Grundstück mit dem Hauptbahnhof auf der anderen Seite der Aleje Jana Pawla II verbunden sein. Die gesamte Bürofläche wird 140.000 Quadratmeter betragen. Für diesen Gebäudekomplex musste ein Grundstück von 18 Tausend Quadratmetern erworben werden, welches den Investor 171 Millionen PLN kostete. Das Projekt kostet weitere 500 Millionen EUR, also ca. 2,2 Milliarde PLN.

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Lageplan des Varso-Tower. Oben im Bild die Chmielna-Straße / Pressefotos

Fahrräder und Autos

Warschau entwickelt sich zu einer echten Fahrrad-Stadt. Daher verwundert nicht die Anzahl von 750 Fahrradabstellplätzen im neuen Komplex. Natürlich wird es zusätzlich noch Duschen und Umkleideräume geben, was in Warschauer Bürogebäuden mittlerweie zum Standard gehört. Der Investor wird in den umliegenden Straßen die Fahrradwege an das gesamte Fahrradwegenetz, welches mittlerweile über 500 Kilometer lang ist, anschließen.

Für die Autos wird ein Parkplatz auf 3 unterirdischen Etagen gebaut. Insgesamt wird es 4 unterirdische Stockwerke geben.

Aussichtsturm und Restaurant

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Blick aus dem Restaurant im 46. und 47. Stockwerk / Pressefotos

Auf 230 Meter Höhe wird eine Aussichtsterrasse entstehen. Damit wird diese fast so hoch sein wie die Turmspitze des Kulturpalastes. Zusätzlich werden 2 (von insgesamt 16) Panorama-Fahrstühle installiert. Obwohl hier hauptsächlich Büroflächen vermietet werden, findet sich dennoch Platz für Kulinarisches. Auf den Stockwerken 46. und 47. wird man mit schönem Ausblick seine lecker zugerichteten Mahlzeiten zunehmen können.

Baukosten

Der Investor schätzt die Baukosten im Moment auf 500 Millionen Euro, was ca. 2,2 Milliarden Polnische Zlotys macht.

Ein prominenter Architekt

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Norman Foster

Für ein architektonisches Highlight dieser Art in der polnischen Hauptstadt und mittlerweile dritthöchsten Stadt Europas (nach Moskau und London – siehe dazu die Liste der Wolkenkratzer in Europa) muss auch ein Architekt der Weltklasse her. Diesen hat man gefunden. Sir Norman Foster wird mit seinem Architekturbüro Foster & Partners sicherlich einen Eintrag in die warschauer Geschichtsbücher finden. Das wird sein zweites Projekt in Warschau. 2003 wurde das erste moderne Bürogebäude Metropolitan eingeweiht. Damals hat niemand auch nur ahnen können, dass Warschau im Jahre 2017 London, Frankfurt a. M. und Moskau Konkurrenz machen würde.Soweit hat damals womöglich noch nicht einmal Sir Foster gedacht.

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Bürogebäude Metropolitan in Warschau / Antoni Władyka [CC BY-SA 2.0]

Der Investor

Investor und Geldgeber ist die slowakische Gruppe HB Reavis. In Polen wird die Gruppe von Stanislav Frnka vertreten, der am 10.06.2016 zum ersten Mal etwas ausführlicher auf das Bauprojekt eingegangen ist (zum Interview / polnisch). HB Reavis ist erst seit 2011 auf dem polnischen Immobilienmarkt aktiv und u.a. für das Büroprojekt West Station (Dworzec Zachodni / Eröffnung 29.08.2017) verantwortlich.  Mit dieser Fertigstellung überschritt Warschau die ersehnte 5 Millionen-Hürde, sofern es um die gesamte Bürofläche in der Stadt geht.

Bis November 2017 war HB Reavis nur auf dem warchauer Markt aktiv. Anfang November 2017 unterschrieb die Gesellschaft mit der Firma Enkev einen Kaufvertrag über das Grundstück an der Targowa-Straße 2 in Łódż.

Zertifikate

Der Varso Tower erhielt als erstes Gebäude in Europa das Vorzertifikat WELL Core & Shell (Quelle: varso.com). Darin heißt es u.a., dass Lösungen gesucht werden, die der Gesundheit und dem Wohlbefinden dienen.

Außerdem entsteht der Gebäudekomplex nach den Anforderungen des Zertifikats BREEAM Outstanding, also auf dem höchsten Niveau.

Der Bauverlauf

Der Bau hatte schon Ende 2016 begonnen. Viel war davon noch nicht zu sehen, denn es handelte sich dabei vielmehr um Vorbereitungsmaßnahmen für den eigentlichen Baubeginn. Die Kanalisation wurde angeschlossen, man hat Stromkabel gezogen und das Gelände begradigt.

Am 27.09.2016 sah das Baugelände so aus:

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Baugelände von der Chmielna-Straße gesehen. Links im Bild das LIM-Centre / Antoni Władyka / ]CC BY-SA 2.0]

Auf dem Foto sieht man in der linken oberen Ecke die obere Hälfte des Centrum LIM (170 Meter) und weiter rechts den Oxford Tower (150 Meter). Das blaue Gebäude in der Mitte heißt Central Tower (115 Meter).

Oktober 2017: größter Findling Warschaus ausgegraben

Ein Findling ist ein sehr großer Stein, der während der Eiszeiten durch Gletscher transportiert und an seinem heutigen Standort abgelegt wurde (Quelle: wikipedia).

Im Oktober 2017 wurde ein solcher Stein in 10 Meter Tiefe auf dem Baugelände des Varso Tower gefunden und ausgegraben. Wahrscheinlich hat ihn ein Gletscher vor 1,5 Millionen Jahren hierhin transportiert. Er wiegt 60 Tonnen und hat einen Umfang von 12 Metern. Es ist somit der größte Stein dieser Art, der in Warschau gefunden wurde.

Nun wird man ihn auf die Pola Mokotowskie bringen und direkt neben der Nationalbibliothek (Biblioteka Narodowa, Aleja Niepodległości 213 [Karte]) legen.

Marcin Chruśliński, Leiter des Projektes von HB Reavis, würde den Findling gerne vor dem Eingang zum Tower ausstellen.

03. Februar 2018 – Immer tiefer

Seit einigen Monaten hat HB Reavis eine kleine Aussichtsplattform installiert, von der aus man das Baugelände sehr gut überblicken kann. Momentan geschichte dort nicht sonderlich viel. LKW fahren hin und her, Bagger buddeln und buddeln. Statt in die Höh, immer tiefer!

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Das Baugelände aus Richtung der Aleja-Jana-Pawła-Straße / Antoni Władyka [CC BY-SA 2.0]

Zahlen und Fakten

Adresse: ulica Chmielna / Aleja Jana Pawla II (Karte)
Stadtbezirk: Śródmieście (Innenstadt)
Internetseite: http://hbreavis.com/en/project/varso/ *EN*SK*CZ*PL*HU
Gesamthöhe des Hauptturms: 310 m
Etagen des Hauptturms oberirdisch: 53
Etagen des Hauptturms unterirdisch: 4
Höhe des Nebengebäudes 1: 91 m (21 Etagen)
Höhe des Nebengebäudes 2: 81 m (19 Etagen)
Investor: Gruppe HB Reavis
Investitionssumme: ca 500 mln EUR
Architekt: Foster Partners
Projekt der Hausfront: Emmer Pfenniger
Größe des Baugrundstücks: 18.000 m²
Hauptfunktion: Bürogebäude und Restaurant
Bürofläche: 140.000 m²
Nebenfunktion: Handel und Dienstleistungen 7000 m²
Autoparkplätze: ?
Fahrradabstellplätze: 750
Fertigstellung: 2019 (zwei niedrigeren Gebäude) – 2020 (das höchste Gebäude)
Stand: 19.01.2018
Anmerkungen:

Die Informationen sind auf (aber nicht nur) www.eurobuildcee.com, www.propertynews.pl und www.transport-publiczny.pl zu finden.


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