Tourismus

Souvenir aus Warschau? Was kann man mitbringen?

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Beitragsbild © Thomas Hawk [CC BY-NC 2.0]


Oft werde ich gefragt, was man als Souvenir aus Warschau mitnehmen kann, etwas originelles, keine Magneten, Postkarten oder diese hölzernen oder keramischen Teller mit abgebildeten Sehenswürdigkeiten, die man an die Wand hängen kann. Und tatsächlich, es gibt ein paar Ideen, auf die man gar nicht so schnell kommt. 

1. Chopin- oder Belvedere-Wodka

Niemand würde nun beim Wodka strikt an Warschau denken. Schließlich ist es ein Nationalgetränk, welches auf jeder Hochzeit getrunken und von allen Polen als Desinfektionsmittel benutzt wird. Doch Wodka ist nicht gleich Wodka, es gibt guten und schlechten und es gibt auch Wodka, der aus der Region stammt (auch wenn die Aktien weltweit gehandelt werden) und das Logo strikt mit Warschau verbunden ist.

Zum einen gibt es den Chopin-Wodka, der in Siedlce (90km von Warschau entfernt) hergestellt wird. Auf der Flasche sieht man das Seitenprofil des in Zelazowa-Wola (60 km von Warschau entfernt) geborenen und in Warschau aufgewachsenen Frédéric Chopin. Und meine Leser wissen mittlerweile ganz genau, dass Frédéric Chopin eigentlich Fryderyk Szopen, ein waschechter Warschauer ist und mit den Mazurkas die masowsche Provinz weltweit berühmt gemacht hat (nur die Zuhörer wissen das noch nicht).

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Zum anderen ist auch der Belvedere-Wodka eine ziemlich gute Produktion mit einem schönen Logo, nämlich dem Belvedere-Palast im königlichen Lazienki-Park. In diesem Palast residierte Lech Walesa als erster demokratisch gewählter Präsident der 3. Republik Polen, leider auch die Stattverwalter in Zeiten der russischen Herrschaft über diese Ländereien.

Die Warschauer Region ist zudem bekannt für ihre Honig-Mischgetränke, vor allem Honig-Biere. Diesem Thema werde ich mich ein ander Mal widmen.

Wenn Sie also Wodka mit nach Deutschland mitnehmen wollen, dann schauen Sie sich in Supermärkten nach diesen Flaschen um. Dazu kann ich noch meinen Beitrag über die richtige Wodka-Verkostung empfehlen. Ob es diese Wodkasorten auch auf dem Flughafen im duty-free-shop gibt, weiß ich nicht.

2. Wedel-Shokolade

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© Radoslaw Drozdzewski [CC BY 3.0]

Schokolade ist nichts, womit Polen auf der Welt punkten kann. Doch in Warschau gibt es eine bis heute funtktionierende Schokoladenfabrik der Familie Wedel, die im 19. Jahrhundert aus Deutschland nach Warschau auswanderte. Im Laufe der Zeit entwickelte sich das Unternehmen zum größten Hersteller von Schokolade in Polen und die Familie polonisierte sich.

Ich empfehle den Besuch einer Wedel-Chocolaterie oder der Schokoladenfabrik in Warschau-Praga in der Jana-Zamoyskiego-Straße 28/30. Wenn Sie dort sind und der Wind weht vom Süden, dann können Sie den süßen Duft aus der Fabrik genießen.

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Wenn Sie sich bei der ganzen Auswahl nicht entscheiden können, empfehle ich die berühmten Wedel-Taler oder das himmlisch sanfte Ptasie Mleczko, auf Deutsch als Vogelmilch bekannt. Das ist Milchschaum umhüllt von einer sehr zahrten und dünnen Schokoladenschicht. Gibt es in jedem größeren Supermarkt. Übrigens: Ptasie Mleczko wurde 1936 von Jan Wedel erfunden. Es gibt auch andere Unternehmen, die diese Süßigkeit nachahmen. Doch die einzig wahren Ptasie Mleczko kommen von Wedel.

3. Die Prager Engel

blaue-engel-warschauWarschau-Praga ist ein Thema für sich und man könnte darüber stundenlang schreiben und erzählen. Paradox ist, dass das Warschauer Praga erst seit dem Ende des 18. Jahrhundert zu Warschau gehört und heute im Prinzip das „echte“ Warschau repräsentiert. Dort ist nicht nur die Bausubstanz, sondern vor allem noch der Großteil der Bevölkerung authentisch. Das ist umso erstaunlicher, dass der ganze Tourismus, die Finanzen und das Hauptaugenmerk in politischer, gesellschaftlicher und kultureller Sicht sich auf der anderen Seite abspielt. Zwei Welten, welche von der (an dieser Stelle) 500 Meter breiten Weichsel getrennt und doch von neun Brücken verbunden werden.

Praga ist anders, es ist nicht ideal, es ist vielleicht auch nicht schön (ist die andere Seite jedoch auch nicht), aber es ist eben authentisch, rebellisch und selbstbestimmend und alle sind sich einig: Praga hat seinen besonderen Charakter. Und so sind auch die Prager Engel, blaube Figürchen, die jedem ein Lächeln ins Gesicht zaubern. An der Kreuzung der Straßen Zabkowska und Targowa sitzen drei von ihnen auf einem weißen Stein! Praga ist bekannt für die versteckten Mariafiguren in den Tiefen der Innenhöfe. Die blauen Engel führen diese Tradition fort, sollen jedoch nach Aussage des Künstlers, von religiösen Anspielungen losgelöst sein.

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Erwerben kann man blauen Engel im Koneser-Zentrum, wo sich auch das Wodka-Museum befindet.

Ich habe einen solchen Engel zu Hause und er ist jedes Mal ein Gesprächsthema.

Antoni Administrator
Eigentümer von Walking Poland Group
Europäer mit polnischem Herz und deutschem Hirn! Jurist, lizenzierter Stadtführer in Warschau, Hobbyfotograf, Deutschlehrer.
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