Die folgende Liste der Warschauer Hot-Spots wurde im Januar 2025 aktualisiert
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Gestern Hip, heute Flop. Die Warschauer Metamorphosis
Obwohl die ehemalige Markthalle Hala Koszyki schon seit vielen Jahren nicht mehr die Nummer 1 unter Warschaus Hot-Spots ist, fragen mich Touristen stets, wo sie ist. Es steht nämlich weiterhin so in vielen Reiseführern geschrieben. Das aus dem neunzehnten Jahrhundert stammende Gebäude wurde 2016 revitalisiert und in ein hippes Gastrozentrum für junge Warschauer umgewandelt. Bis zum Pandemiejahr 2020 schlug hier das Herz der Stadt. Die Hippster stürmten diese Halle direkt nach Feierabend, um noch einen Platz zu ergattern. Doch nach 2020 hat sich der Puls anderswo verschoben. Die gedruckten Reiseführer haben jedoch ihre scheinbar zeitlosen Insider-Tipps aktualisiert. Auch die Online-Versionen werden nur selten aktualisiert.
So bietet die Hala Koszyki eine Möglichkeit für einen gelungenen Abend. Doch diese ist heute nicht mehr besonders.
Die Verwandlung Warschaus ist eine Erfolgsgeschichte der besonderen Art, die geprägt ist von der Reichweite der urbanistischen Projekte sowie der Schnelligkeit, in welcher diese entstehen. Daher verwundert es mich nicht, dass die touristischen Reiseführer über Warschau diesen Entwicklungen nicht gerecht werden. Damit ihr nicht allzu enttäuscht seid und Zeit vergeudet, will ich euch die wichtigsten und bekanntesten Warschauer Hotspots vorstellen. Geordnet habe ich diese nach Kategorien: Food Hall und Gastromeile.
Die Food Hall, ein Warschauer Schrein
Die Warschauer haben sich in die Food Halls verliebt. Das Konzept ist ganz simpel. In einer zumeist großen Halle werden Tische und Stühle aufgestellt, die für jeden zugänglich sind. Überall verteilt bieten Gastrobetriebe ihre Produkte an. Alkohol gibt es nur in den Bars. Man sucht, bestellt und wartet. Natürlich basiert hierbei alles auf Selbstbedienung. Dabei sind die Preise gar nicht geringer als in Bistrós oder Restaurants. Man findet dieses Konzept in den großen Malls wieder, allerdings spielt hier die Atmosphäre eine andere Rolle.
Die Hala Koszyki basiert ebenfalls auf diesem Konzept, allerdings ist hier das Format ziemlich klein und übersichtlich. Drei solcher Food Halls oder Food Towns entstanden zwischen 2020 und 2022. Dorthin hat sich der Herzschlag Warschaus nach 2020 verlegt.
Warschauer Brauereien / Browary Warszawskie
Dort, wo in Warschau heute Wolkenkratzer in die Höhe steigen, war es bis tief in die 90er Jahre hinein sehr industriell. Es reihten sich Fabriken, Lagerhallen, Autowerkstätten und Druckereien aneinander. Inmitten dieses Getümels stand auch eine ansehnliche Brauerei. Die Browary Warszawskie (Warschauer Brauereien) waren ein nach dem 2. Weltkrieg verstaatlichtes Unternehmen (Haberbusch & Schiele).
Das Unternehmen musste 2004 schließen. Es war nicht möglich ein Industrieunternehmen dieser Größe in einer Großstadt zu führen.

Das Gelände wurde nach 2017 revitalisiert und 2021 als Wohn- Gastro- und Büroanlage wiedereröffnet. Der uns hier interessierende gastronomische Bereich befindet sich im Kellerbereich. Die Warsaw Breweries Food Hall befindet sich in den 170 Jahre alten Lagerhallen. In der alten Brauanlage wird wieder Bier gebraut, natürlich in einem wesentlich kleinerem Format als früher.
Um die Food Hall herum gibt es zahlreiche unabhängige Restaurants, Bars und Bistrós. Es gibt hier ein üppiges Angebot, sodass an Abenden auch relativ viel los ist. Man kann aber auch reservieren.

Fabryka Norblina
Die Fabryka Norblina (Norblin-Fabrik) hat eine identische Vorgeschichte wie die Warschauer Brauereien und liegt auch nur 400 Meter weiter. Das Fabrikgelände wurde ebenfalls 2017 an einen Investor verkauft und 2021 erfolgte auch schon die Eröffnung. In 10 ehemaligen Fabrikgebäuden und weiteren modernen Gebäuden entstand ein Wohn-, Gastro-, Büro- und Handelszentrum. Dieses Projekt ist etwas größer als die Warschauer Brauereien. Die Mischung aus Alt und Neu ist überall sichtbar. Durch die ganze Anlage hindurch sieht man noch die alten Schienen der Fabrikanlage.

Im Hauptgebäude gibt es Platz für mehrere Hundert Gäste, unzählige Bars, Essensstationen, einen Jazzclub sowie zahlreiche unabhängige Bars und Restaurants. Es ist wirklich viel los, aber dennoch genügend Platz für alle. Auch hier kann man reservieren.

Elektrownia Powisle
Dieses 1904 erbaute Elektrizitätswerk befindet sich im Stadtezirk Powisle. So erhielt dieser Hot-Spot dann auch seinen Namen: Elektrownia Powisle. Bis in die 90er Jahre hinein belieferte die Anlage Warschau mit Strom. Eine „Sonderleitung“ war sogar speziell für den Kultur- und Wissenschaftspalast vorbehalten.
Auch das E-Werk musste schließen und das Los mit den zwei vorherigen Industrieanlagen teilen. Solche Objekte hatten mit der Zeit einfach das Existenzrecht im Innenstadtbereich verloren.

Schließlich wurde das ganze Gelände an einen Investitionsfond verkauft. Die Revitalisierung wurde im Pandemiejahr 2020 abgeschlossen, was natürlich einen ziemlich leisen Start zur Folge hatte. Doch die Erholung kam prompt und schon 2021 füllten Menschenmassen die Food Hall und die umliegenden gastronomischen Betriebe.
Das schöne an der Elektrownia Powisle ist die Nähe zum Kopernikus-Zentrum, der Dachterrasse der Bibliothek der Universität Warschau sowie des Weichselboulevards. Alle diese Objekte sind innerhalb von 5 Minuten zu Fuß erreichbar.

Gastromeile
Es gibt in Warschau mittlerweile mehrere Straßen, die sich zu wahren Gastromeilen entwickelt haben.
Nowy Swiat
Die Nowy-Swiat-Straße erlebte nach der Fussball-Europameisterschaft 2012 eine regelrechte Metamorphose. Von einer eher verschlafenen Meile entwickelte sie sich zu einem Hot-Spot für wilde Abende. Die 1-km-lange Allee bietet so viele Möglichkeiten, um einen Abstecher in einer Bar zu machen, dass es schon einige Stunden dauern kann, bis man an das andere Ende gelangt. Im südlichen Teil gibt es eine Querverbindung zur ulica Chmielna, die Richtung Zentrum führt. In der Nähe der Mündung der Chmielna in die Nowy-Swiat-Straße gibt es die etwas versteckten Pavillons mit zahlreichen netten Shot- und Drinkbars.
ulica Francuska
Auf der anderen Seite des Flusses ist die ulica Francuska das Äquivalent zur ulica Nowy Swiat. Da dreht sich die Welt etwas mehr um das Kulinarische, was nicht bedeutet, dass man dort nicht seinen Lieblingsdrink bekommt.
Der Weichselboulevard
Entlang des Weichselboulevards schlägt in der Sommersaison der Puls der Stadt unter freiem Himmel. Die Flusspromenade ist insgesamt sieben Kilometer lang. Nicht auf allen Abschnitten kann man abfeiern, man muss also den Puls auch erstmal finden. Der zentrale Punkt liegt an der Metrostation „Centrum Nauki Kopernik“. Wenn man dort aussteigt, bekommt man direkt die geballte Energie zu spüren, die sich dort aufbraust. Etliche Boote, Food Trucks und jede Menge Möglichkeiten zu Chillen und das Leben zu genießen zaubern jedem Gast ein Lächeln ins Gesicht.
Zur detaillierteren Beschreibung des Weichselboulevards empfehle ich auch meinen Beitrag auf der Stadtführerseite stadtfuehrer-warschau:







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