The Warsaw Hub ist das größte Projekt des Investors Ghelamco Poland in Polen. Der Wolkenkratzer befindet sich im Stadtteil Wola. Die Gesamthöhe wird 130 Meter betragen. Der Bau soll Anfang 2020 abgeschlossen sein.

Beitragsinhalt

Warschauer Stadtteil Wola
Die Investition im Überblick
Finanzierung
Alles High-Tech
Aktueller Bauverlauf

— 27.06.2017

Basisdaten

Warschauer Stadtteil Wola

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Stadtteil Wola in Warschau. Im Hintergrund der Warsaw Spire und der Warsaw Trade Tower / Radek Kołakowski [CC BY 2.0]

Der Stadtbezirk Wola liegt westlich vom Stadtzentrum und wurde erst 1916 eingemeindet. Es hat heute eine Fläche von 19,26 Quadratkilometern, welche ca. 138 000 Menschen bewohnen. Bekannt ist dieser Teil der Stadt vor allem wegen der seit dem 17. Jahrhundert stattfindenden freien Königswahlen. Noch weit ins 19. Jahrhundert war Wola ein Dorf. Erst mit der Industrialisierung strömten die Arbeitermassen in diese Gegend, was Wola zum Arbeiterbezirk mit vielen Fabriken, Gas- und Stromwerken sowie Brauereien wie die große Brauerei Haberbusch & Schiele machte.

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Während des Warschauer Aufstandes 1944 wurden am 4. und 5. Tag des Aufstandes zwischen 40 000 und 50 000 Zivilisten von den vom Westen einrückenden deutschen Truppen ermordet. Das Massaker von Wola hat nicht nur in den Köpfen der Menschen, sondern auch in der Architektur eine tiefe Wunde hinterlassen.

Daher verwundert nicht, dass sich das Museum des Warschauer Aufstandes im nur 400 Meter vom The Warsaw Hub entfernten ehemaligen Elektrizitätswerk befindet (ulica Grzybowska 79 / www.1944.pl – PL+EN).

Nach dem Fall des Kommunistischen Regimes verfielen die Fabriken und Produktionshallen. Mit der Zeit bekam Wola ein zweites Leben. Nach dem anfänglichen Erfolg des ersten Warschauer Bürozentrums im weiter südlich gegelegenen Stadteil Ursus, welches man in Mordor an der Domaniewska-Straße getauft hatte, wurde es dort allmählich zu voll. Ohne U-Bahn-Anbindung stieg die Ungunst des BüroviertelsDerweilen wurde die zweite U-Bahn-Linie durch Wola gezogen, sodass die Investoren, obwohl schon etwas früher, nun umso intensiver anfingen hier zu investieren.

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So entstand schon 1999 das damals zweithöchste Gebäude Warsaw Trade Tower mit 208 Metern Höhe. Im Mai 2016 wurde der Warsaw Spire mit 220 Metern Höhe eingeweiht. Mit der Zeit werden alle ehemaligen Fabriken und Hallen umgebaut und finden so ihren Weg ins 21. Jahrhundert.

Es ist äußerst interessant diese interessante Entwicklung mit eigenen Augen zu beobachten. War es vor 5 Jahren lediglich ein ehemaliges Industriegebiet der Stadt, dessen Zerfall von Tag zu Tag sichtbarer wurde, ist es nun ein von Wolkenkratzern geprägtes Distrikt. Das neue Warschauer Finanzzentrum hat also endlich seinen verdienten Platz in Warschau gefunden. Ob es reichen wird, um auch Europaweit konkurrieren zu können, steht noch in den Wolken.

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Die Investition im Überblick

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Warsaw Spire mit 220 Metern Höhe / Antoni Władyka [CC BY-SA 2.0]

Anfangs sollte die Investition noch Sienna Towers heißen, was verwundern mag, wenn man bedenkt, dass die Sienna-Straße gar nicht an das Grundstück angrenzt.  Ghelamco Poland hat sich im Dezember 2016 für den Namen The Warsaw Hub entschieden. 

Das Projekt besteht aus 3 Gebäuden. Ein ähnliches Verfahren hat Warschau auf der anderen Seite der Kreuzung beobachten können. Der im Mai 2016 eröffnete Warsaw Spire besteht ebenfalls aus 3 Türmen, wovon der höchste 220 Meter hoch ist. Erwähnt sei zudem, dass der Warsaw Spire bei den MIPIM Awards 2017 vom 14. bis zum 17. März in Cannes den Titel „Best Office & Business Development“ gewonnen hat. Doch nun weiter zum Warsaw Hub.

Zwei der Gebäude werden 130 Meter hohe Bürogebäude sein. Das kleinere 85 Meter hohe Gebäude wird ein Hotel. Sie werden mit einem gemeinsamen Unterbau verbunden. Dieser wird 5 Stockwerke hoch sein und schafft so eine neue westliche Frontfassade der Towarowa-Straße südlich des Rondo-Daszyńskiego (Daszyński-Kreisverkehr). Hier sind Cafés, Resaurants und Dienstleistungspunkte geplant. Der Bau könnte schon Ende 2019 abgeschlossen werden.

Umgeben wird der Komplex von den Straßen Prosta im Norden und Towarowa im Osten. Westlich vom Gebäude entsteht ein weiterer Wolkenkratzer.

Der Gebäudekomplex wird unterirdisch mit der Metrostation Rondo Daszyńskiego verbunden sein.

Die Nutzfläche soll ca. 113 000 Quadratmeter betragen.

Ghelamco will zudem ein sogenanntes MeetDistrict einführen, welches sich in anderen Projekten bewährt hatte. MeetDistrict sind sogenannte Co-Working-Flächen.

Finanzierung

Im Oktober wurde bekanntgegeben, dass Ghelamco einen Kredit vom Bankenkonsortium BZ WBK, PKO, Pekao, BGŻ BNP Paribas und Raiffeisen Bank Polska iHv. 221,1 Millionen EUR + 45 Millionen EUR für die VAT-Steuer erhalten hat. Insgesamt sind es also über 1 Milliarde PLN. Das Rückzahlungsdatum ist der 30. September 2021 (Quelle: www.eurobuildcee.com / 11.10.2017).

Alles High-Tech

The Warsaw Hub soll mit der neuesten Technologie ausgestattet werden, welche den zukünftigen Blue-Collar-Angestellten das Leben so einfach wie möglich machen soll.

  • Die Angestellten werden das Gebäude via Smartphone erreichen können
  • der unterirdische Parkplatz wird mit einem automatischen Autoerkennungssystem ausgestattet sein
  • es wird eine Waschstraße geben
  • natürlich wird es auch Ladestationen für Elektro-Autos geben. Mittlerweile ist das zum Standard in Warschauer Wolkenkratzern geworden
  • The Heart Warsaw wird im The Warsaw Hub seinen neuen Sitz haben. Das ist ein Zentrum für Zusammenarbeit für Startups und Konzerne

Der wohl innovativste Sprung nach vorne ist die Anwendung der HoloLens-Technologie. Potenzielle Mieter erhalten eine spezielle Brille, mit welcher Sie das Projekt noch während des Baus begutachten können. Die Brille erzeugt ein holografisches Bild in einer Skala von 1:1. In Polen kommt diese Technologie zum ersten Mal zum Einsatz. Aber auch weltweit gehört Ghelamco zu den ersten Anbietern und Anwendern.

Aktueller Bauverlauf

27.06.2017

Momentan wird der Kellerbereich und die Fundamente vorbereitet. Aktuell wird die Decke des 6. Untergeschoßes des Gebäudes C (Bürogebäude) aufgesetzt und der Weg freigeschaufelt für das Fundament des Gebäudes A (Hotelgebäude).

Es kommt hierbei das Schlitzwandverfahren zum Einsatz. Auf die Schlitzwände wird die Decke aufgesetzt, unter welcher anschließend die Grube ausgegraben wird. Es ist zum einen die technologisch fortschrittlichste und zugleich sicherste Baumethode.

Die größte Herausforderung erwartet die Bauingenieure beim Bau der riesiegen Fundamentsfläche. Um dieses Projekt fertigstellen zu können, werden knapp 3 500 Tonnen Stahl und 16 000 Quadratmeter Beton benötigt. Daraus könnte man 500 Einfamilienhäuser bauen.  Das Fundament soll Ende dieses Jahr fertig sein.

Basisdaten

Adresse: ulica Prosta / ulica Towarowa
Stadtbezirk: Wola
Internetseite: www.ghelamco.com / EN + PL
Gesamthöhe der 2 Haupttürme: 130 m
Etagen der Haupttürme oberirdisch: 31
Etagen des Haupttürme unterirdisch: 4
Höhe des Nebengebäudes: 85 m (19 Etagen)
Investor: Ghelamco Poland
Investitionssumme: ca 250 mln EUR
Architekt: AMC Andrzej M. Chołdzyński
Größe des Baugrundstücks:
Hauptfunktion: Bürogebäude und Restaurant
Nutzfläche: 113.000 m²
Bürofläche: 70.000 m²
Nebenfunktion: Handel und Dienstleistungen 7000 m²

Hotel 21.000 m²

Autoparkplätze: 1000
Fahrradabstellplätze:
Fertigstellung: 2020
Stand: 08.11.2017
Anmerkungen: Der Wolkenkratzer ist unterirdisch mit der Metrostation verbunden

 

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