Das Statistikamt in Warschau (Urząd Statystyczny w Warszawie) hat am 28.07.2017 eine Pressemitteilung über den Arbeitsmarkt im Juni 2017 veröffentlicht. Demnach sind die Daten mehr als positiv und es soll noch besser werden.

Arbeitslosenzahlen in der Wojewodschaft und Warschau

Die Arbeitslosenquote in Warschau betrug im Juni 2017 2,5 % und war um 0,1% niedriger als im Vormonat.

In der Wojewodschaft Masowien (Województwo Mazowieckie) lag die Arbeitslosenquote bei 6,3% und war um 0,3% niedriger als im Mai.

Insgesamt gab es 30 431 registrierte Arbeitslose. Das waren 19% weniger als im Juni 2016. Die Aufteilung in Geschlechter lag bei genau 50% zu 50%. 85,4% der Arbeitslosen hatten kein Recht auf Sozialhilfe. 54,6% von den Arbeitslosen waren Langzeitarbeitslose und 39,4% waren über 50 Jahre alt. Nur 4% waren jünger als 25 Jahre alt.

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Sozialhilfe

Ein Arbeitsloser bekommt in den ersten 90 Tagen 831,10 PLN sozialhilfe. Nach den 90 Tagen sind es dann nur noch 652,60 PLN – aber auch nur solange das Recht auf Sozialhilfe besteht. Wie man oben gesehen hat, haben in Warschau 85,4% der Arbeitslosen kein Recht auf Unterstützung seitens des Staates.

Durchschnittsgehälter

Der Durchschnittslohn lag bei 5715,26 PLN und war um 6% höher als im Juni 2016. Die Durchschnittslöhne waren in Warschau 360,83 PLN höher als in der Wojewodschaft.

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Woher kommen die guten Zahlen?

Im Warschauer Arbeitsamt wurde geantwortet, dass es daran liegt, weil die Stadt einfach Super ist! Da ist sicherlich auch etwas dran. Warschau zieht aber auch tatsächlich an. Die meisten Arbeitslosen haben meist kein Abitur oder sind über 50 oder bilden sich nicht weiter. Hochschulabsolventen haben in der Hauptstadt keine Probleme eine geeignete Stelle zu finden.

Zudem werden die meisten Stellen im Dienstleistungssektor und im öffentlichen Segment geschaffen – und hier besteht immer eine hohe Nachfrage.

Die Zeiten, als Warschau schlichtweg eine Zentrum für Call-Center war, sind vorbei. Die sogenannten Shared Service Center übernehmen ihre Rolle, womit auch die Ansprüche der großen Konzerne wachsen.

Daher verwundert auch nicht die Tatsache, dass auch ein weiteres Finanzzentrum aus dem Boden gestampft wird. Warschau hat letztes Jahr die 5-Millionen-Marke bzgl. der Büroflächen überschritten und zieht weiter an. Es sind 14 Gebäude im Bau, die die Höhe von 100 Metern übersteigen werden und mit dem Varso-Tower entsteht gerade das höchste Gebäude in der Europäischen Union (noch mit GB).

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Quelle: Urząd Statystyczny w Warszawie (Link)

(Link zum Beitragsbild)

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