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Allerheiligen – in Polen ein Riesenereignis
Der Powazki-Friedhof
01.11.2016 – im Regen bei den Vorfahren
01.11.2017 – kommen auch Sie vorbei

Allerheiligen – in Polen ein Riesenereignis

Wenn Allerheiligen näher rückt, spielen die Polen verrückt. Zunächst werden massenhaft Grablichter in allen möglichen Farben und Formen gekauft. Es entsteht in diesen Tagen ein regelrechter Kaufrausch. Die Effekte sieht man später auf allen Friedhöfen, ohne Ausnahme. Am Abend leuchtet der polnische Himmel im flimmernden Rot.

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Hautpeingang zum Powazki-Friedhof

Auch die Reiselust der Polen steigt ins unermessliche. Alle wollen (oder müssen) die Gräber ihrer Vorfahren, Freunde oder Idole besuchen. Liebe Leser, Sie können sich nicht vorstellen, was einen Tag vor Allerheiligen los ist. Als würden alle vor den Russen flüchten! Es ist einer der wichtigsten Feiertage im Jahr und deshalb sollte auch Sie ein Mal an diesem Tag nach Polen kommen. Vielleicht könnte man in Brüssel nachfragen, ob nicht ein Allerheiligen-in-Polen-Tag eingeführt werden könnte. Ich persönlich kann Ihnen nur empfehlen zum Powazki-Friedhof nach Warschau zu kommen.

Der Powazki-Friedhof

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Hauptallee

Das ist mit Abstand der berühmteste Friedhof in Polen. Er liegt ca. 3 Kilometer vom Zentrum (Kulturpalast) entfernt und beherbergt innerhalb seiner Mauern die letzten Ruhestätten der Katholiken, Protestanten (evangelisch-augsburgisch und evangelisch-reformiert), Moslems (tatarisch-islamisch und kaukasisch-islamisch) und der Juden. Alle diese Friedhöfe werden von einer kleinen Mauer voneinander getrennt und haben auch ihren eigenen Eingang. Etwas weiter nördlich liegt der dazugehörige Militärfriedhof, wo unter anderem die Warschauer Aufständischen und die bei der Flugzeugkatastrophe von Smolensk im Jahre 2010 Verstorbenen beerdigt wurden. Daher verwundert nicht die Grösse von 43 Hektar und die Anzahl von 2,5 Millionen Gräbern. Zum Vergleich: der Vatikanstaat hat eine Fläche von 44 Hektar.

Der Friedhoft wurde schon 1792 eingeweiht und seitdem 19 Mal erweitert. Seit 1925 gibt es auf dem Katholischen Friedhof eine Allee der Verdienten. Der erste, der dort begraben wurde, ist Wladyslaw Reymont, der 1925 den Literaturnobelpreis erhielt. Daneben findet man Gräber von Künstlern, Architekten, Militärs,, Regierungsmitgliedern und Präsidenten.

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Auch wenn Sie nicht an Allerheiligen in Warschau sein wollen oder können und doch irgendwann hier sind, dann müssen Sie diesen Friedhof besuchen. Der Katholische und der Jüdische sind besonders sehenswert.

Eine Anmerkung – vergessen Sie bloß nicht ihre Kamera im Hotelzimmer.

01.11.2016 – im Regen bei den Vorfahren

Auch ich war an diesem Tag auf dem Powazki-Friedhof. Es hat dummerweise den ganzen Tag geregnet, doch wollte ich ein paar Fotos machen. Mit Regenschirm und Regenjacke bewaffnet war ich gegen 17 Uhr am Haupttor. Normalerweise ist bei gutem Wetter die Polizei und die Friedhofsverwaltung intensiv damit beschäftigt, dass das Friedhofsgelände nicht überfüllt wird. Man lässt die Besucher an solchen nur Gruppenweise hinein. Dieses Jahr war es in dieser Hinsicht recht entspannt.

In der anliegenden Borromäus-Kirche wurde gebetet und gesunden. Auch an der Allee der Verdienten und größeren bekannten Familiengräbern wurde ein Lied angestimmt. Die Atmosphäre zwischen den naßen Gräbern, welche in der Dunkelheit nur von Grablichtern beleuchtet wurden, hat etwas magisches an sich. Bei all dem Streß in Warschau, dem ständigen hin und her, kann man ein Mal im Jahr die Ruhe genießen. Nebenbei kann man sich ein bißchen besinnen und den Verstorbenen gedenken.

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Borromäus-Kirche

01.11.2017 – kommen auch Sie vorbei

Nächstes Jahr bin ich sicherlich wieder unterwegs zwischen den wohl schönsten Gräbern in Warschau und Polen. Merken Sie sich dieses Datum vor, informieren Sie mich über Ihr kommen und ich begleite Sie zum Friedhof. Nebenbei erzähle ich Ihnen ein ganzes Stück polnischer Geschichte.

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