Beitragsinhalt

Einführung
Die Weichsel – Königin der Polnischen Flüsse
— Rechtes Ufer in Warschau
— Linkes Ufer in Warschau
Wunder an der Weichsel – Herkunft

Einführung

Wenn Sie in Warschau länger als einen Tag unterwegs sind, müssen Sie unbedingt an die Weichsel kommen. In Warschau muss man nämlich nicht nur die ganze Zeit durch die Touristenstraßen laufen und Museen besuchen. An der Weichsel können Sie ein wenig Warschauer Lifestyle miterleben und dort den Tag genießen, wo es im Sommer am schönsten ist. Während der letzten 70 Jahre war hier noch nie so viel los wie heute, auch wenn in alten kommunistischen Propagandafilmen das Gegenteil der Fall zu sein scheint. Während es früher eher ein Ort war zum Schwimmen, Rumliegen und Essen (natürlich nur eigene Produkte, denn zu Kaufen gab es nichts) ist nun für Jeden etwas dabei und vor allem – es steht auch reichlich Erholungsterrain zur Verfügung.

Die Weichsel – Königin der Polnischen Flüsse

Die Weichsel hat auf dem Verwaltungsgebiet der Stadt Warschau eine Länge von 28 Kilometern. Die Gesamtlänge des Flusses beträgt 1047 Kilometer und in Warschau fängt der 498. Kilometer an. Da die Weichsel der einzige Fluß ist, der sich vollständig auf dem Territorium Polens befindet, nennt man sie auch „Königin der Polnischen Flüsse“.  Ihre Quelle befindet sich in den Schlesischen Beskiden am 1214 Meter hohen Barania Góra (deutsch: Widderberg) aus den Bächen Czarna Wisełka und Biała Wisełka. Anschließend geht es abwärts Richtung Norden durch Krakau, Bydgoszcz, Thorn, Danzig und selbstversändlich Warschau. Die Wassertiefe ist nicht der Rede wert, weshalb der Fluss zwar schiffbar ist, es jedoch keine ernszunehmende Binnenschifffahrt gibt. Wenn Sie mögen, können Sie beruhigt mit dem Kajak oder einem kleinen Bott eine Entdeckungsfahrt machen.

Rechtes Ufer in Warschau

strand-warschau-weichselDas komplette rechte Ufer ist naturbelassen und beherbergt somit auch zahlreiche Strände. Der Bekannteste liegt am Fuß des Nationalstadtions und heißt „Poniatowka“, da sowohl das Stadion wie auch der Strand direkt neben der Poniatowski-Brücke liegen. Dort und an den anderen Stränden sind Sie jedoch meistens sich selbst überlassen. Die Anzahl der Kneipen, Bars und Bistros ist dort eher gering. Sie müssen das Essen und Trinken also am besten selber mitbringen. Das schöne ist jedoch, dass dort Grillen, Trinken alkoholischer Getränke und auch Lagerfreuer tolleriert werden. An einigen Stellen hat die Stadt sogar spezielle Lagerfeuerplätze bereitgesweichsel-warschautellt. Die Rechtslage ist insoweit unklar, doch man löst das Problem durch eine stillschweigende Vereinbarung zwischen der Bevölkerung und der Staatsmacht – die Polizei begibt sich einfach nicht in die „Wildnis“ und beobachtet sich von weitem.

Linkes Ufer in Warschau

Auf der linken Seite ist ist im nördlichen Abschnitt des Stadtufers alles zubetoniert. Seit einigen Jahren baut man das Ufer um, damit es so Salonfähig wird. Der erste renovierte Sektor liegt genau gegenüber der Altstadt. Dort findet man auch den Multimedialen Springbrunnen-Park. Es braucht noch alles etwas Zeit, aber schon 2017 werden auch hier die ersten Bars und Kneipen die Zapfhähne anbringen.

Der nächste Sektor befindet sich gerade im Umbau und endet an der Swietokrzyska-Brücke.

Der bisher lebendigste Abschnitt startet an der Swietokrzyska-Brücke, vorbei an der Poniatowski-Brücke und endet kurz vor der Lazienki-Brücke. Dieser Abschnitt ist ca. 1,6 Kilomter lang.

metro-warschau-u-bahnZu dem Beginn dieses Sektors kommt man mit der Metro am einfachsten hin. Sie nehmen dafür die Linie M2 und steigen an der Station „Metro Centrum Kopernika“ aus. Wenn Sie die Warschauer Syrenka sehen, dann sind Sie genau richtig.

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An heißen Sommertagen und wenn die Temperaturen am Abend es erlauben sammeln sich hier die Warschauer, um die schönen Ausblicke zu genießen. Natürlich trinkt man dabei auch etwas – interessant ist, dass Wodka nicht nur nicht an der Weichsel, sondern auch allgemein in Warschau mittlerweile nicht mehr das Hauptgetränk ist.

Sucht Euch ein nettes Plätzchen – entweder auf den alten riesigen Betontreppen oder in einer der zahlreichen Bars. Bei einer Limonade, einem kalten Bier oder Wein kann man die umliegenden beleuchteten Brücken und das Nationalstadion bewundern.

Dieser Weichselabschnitt wurde seit zig-Jahren nicht renoviert und dennoch haben sich die Bars und Kneipen genau hier niedergelassen. Wird allerdings erst der mittlere Sektor fertiggestellt sein, wird man sich auch diesen letzten Sektor vornehmen und die kommunistische Zeit des Nichtstuns endlich hinter sich lassen.

Am südlichsten Punkt gibt es den Czerniakow-Hafen, wo man unter anderem einen Kajak ausleihen kann. Dort steht auch das Lokal „Cud Nad Wisla“ – auf Deutsch „Wunder an der Weichsel“. Die Bar hat auch hier einen kleinen Strandabschnitt. Es lohnt sich allemal vorbeizukommen.

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Wunder an der Weichsel – Herkunft

Übrigens: Die Bezeichnung „Wunder an der Weichsel“ hat für die Warschauer eine besondere Bedeutung, der, mic wundert es jedenfalls nicht, mit einer geschichtlichen Ereignis zu tun. 1920 standen die Rotarmisten mit ihren Kommunistischen Ideen vor den Toren der Stadt. Westeuropa war nach dem 1. Weltkrieg am Boden zerstört und könnte sich nicht wehren, sofern die Rote Armee die Weichsel überqueren würde. Die Polen schienen jedoch ebenfalls nicht stark genug, um diesen Angriff abwehren zu können. Man spottete, dass die Polen nur noch ein Wunder retten könne. Unerwartet besiegte man nicht nur die Bolschwiken, sondern drängte sie weit in den Osten zurück und so kam es, dass das Wunder einen ganz anderen Stellenwert bekam. Dieses Ereignis ist in Warschau noch sehr lebendig und das schien der Besitzer der Bar in bares Geld umtauschen zu wollen. Übrigens: Die Schlacht bei Warschau im Jahre 1920 gehört geschichtlich betrachtet zu den einflußreichsten Schlachten in der Geschichte der Menschheit.

Für Fragen, Anmerkungen und jegliche Kommentare bin ich dankbar.

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