Beitragsinhalt

Entstehung
Früher war alles anders
Grund für die Entwicklung
Die Konsequenzen
Aus eigener Erfahrung…
Lösungen

Entstehung

Für die Fans von „Herr der Ringe“ ist es fast schon ein Muss mal in das Morder von Warschau zu kommen. Dieses „Viertel“ hatte sogar für eine Zeit seine eigenen Grenzschilder. Leider wurden sie später von der Stadtverwaltung abgenommen.

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Das Mordor von Warschau ist gerade mal ein paar Jahre alt und hat schon einen hohen Bekanntheitsgrad erreicht. Die Idee das Büroviertel im Stadtteil Mokotow nach dem „Schwarzen Land“ aus der Filmserie „Herr der Ringe“zu bennen kam von Rafal Ferber. Er arbeitet an der Domaniewska-Straße, dem Herzstück des fiktiven Viertels. Er veröffentlichte interessante und merkwürdige Ereignisse, die in der Nähe seines Arbeitsplatzes passierten und gab als Ort „Mordor an der Domaniewska-Strasse“ an. Viele fühlten mit ihm und  schloßen sich ihm an. Mittlerweile hat die Fanseite über 114.000 Mitglieder. Eine unglaubliche Erfolgsgeschichte.

Früher war alles anders

woloskaWeit und breit nur Weiden mit grasenden Kühen. Weit hinten auf dem Bild sieht man Wohnhäuser, später kommt noch der massive Plattenbau hinzu. Das war Mordor bis zum Sturz des Kommunistischen Systems. Dann kam der Kapitalismus – zwar langsamen Schrittes, aber dann gewaltigem Knall. Einkaufszentren, Bürogebäude, Restaurants und moderne Wohnhäuser.Heute sieht die gleiche Kreuzung aus wie auf dem nächsten Foto – im Vordergrund eines der flächenmäßig größten Malls in Warschau, im Hintergrund der Plattenbau und nur 200 Meter weiter befindet sich schon die Domaniewska-Strasse. Das alles nur ca. 7 Kilometer Luftlinie vom Stadtzentrum entfernt.

Grund für die Entwicklung

1951 erkärte die kommunistische Regierung, dass hier ein weiträumiges Industriegebiet entsteht. Die Bauern und Kühe mussten das Feld räumen, Fabrikhallen und Produktionsbänder nahmen ihren Platz ein. Schließlich gingen alle Bankrott, die Bänder blieben stehen und was blieb war billiges Land mit einer guten infrastrukturellen Anbindung. Investoren kauften das Land auf und zogen 10-stockige Bürogebäude in die Höhe. Nur die Stadtverwaltung war etwas überrascht und überfordert. Man hatte die Hoffnung, dass alles irgendwie gut gehen werde und dass keinem auffällt, dass hier eine Katastrophe gezüchtet wurde.

Die Konsequenzen

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Galeria Mokotow

Die Mall wurde nicht nur für die hier lebende Bevölkerung gebaut, sondern vor allem auch für die arbeitende Herrschar der sogenannten White-Collars. Allein in dieser Region arbeiten mittlerweile fast 150.000 Menschen. Stellen Sie sich nun vor, dass man nicht an eine U-Bahn-Verbindung gedacht hat. Diejenigen, die nicht schweißgebadet zur Arbeit kommen wollen, fahren mit dem Auto und verursachen so eine Verkehrs-Apokalypse.Immerhin steckt man in einem klimatisierten Gefährt fest. Hinzukommen schließlich die gestreßten Anwohner, die aus ihrem eigenen Vorhof nicht herauskommen und deswegen schon tausende Beschwerdebriefe an die Stadtpräsidentin verfasst haben. Es ist halt alles Mordor hier.

Aus eigener Erfahrung….

…kann ich sagen, dass es für diese Viertel keine schönere und treffendere Bezeichnung gibt. Nach fast 2 Jahren, die ich hier als Angestellter verbracht habe, stieg meine Motivation beträchtlich, um aus meinem Leben etwas zu machen und von hier zu verschwinden. Als Stadtführer und Blogger sitzt man nur selten in einem Büro. Aber immerhin war es eine gute Lebensschule.

Lösungen

mordor_domaniewska_woloskaEinige Lösungsansätze wurden gemacht, doch der Stadt fehlen die finanziellen Möglichkeiten, um sich genau jetzt um das Warschauer Mordor zu kümmern. Es wird ja immerhin eifrig anderswo gebaut – Verlängerung der Metro, Abschluß des Warschauer Rings und Anbindung des langen Weichselufers. Die perfekte Lösung wäre eine Metro-Station an der Domaniewska-Straße. Doch das kann, wie gesagt, noch etwas dauern.

Bis dahin muss das Böse bekämpft werden. Immerhin wissen ja schon, dass Mordor fallen wird und neue schöne Zeiten werden kommen.

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