Während meiner Stadtführungen in Warschau ist es äußerst schwierig den normalen Tagesverlauf zu zeigen. Dabei ist es doch das, wofür man sich am meisten interessiert, wenn man in andere Städte oder Länder reist.

panorama-warschauDurchschnittlich verbringt der Tourist in Warschau 1,7 Tage, meistens hält er sich im touristischen Bereich auf (hier Warschauer Touristenbereich) und schaut sich natürlich nicht in Gegenden um, wo die Warschauer zur Arbeit gehen.

 Zudem will ich Warschau von seiner besten Seite zeigen.

Dennoch – ich versuche es trotzdem. Ich will, dass man sieht, wie man hier lebt, und das nicht nur im positiven Sinne. 

Die Warschauer machen es mir nicht sonderlich leicht. Im touristischen Bereich machen sie wesentlich öfter an Zebrastreifen halt, sie grüßen die Gäste schon beim Betreten des Lokals oder spazieren ohne Eile im Park oder entlang der Krakauer Vorstadt und hinterlassen den Anschein ein ruhiges Gespräche über Politik zu führen. 

Dieses Warschau gibt es auch. Das steht außer Frage. Warschau ist eine der größten Großstädte Europas, entwicketl sich rasant in jeder Hinsicht und mittlerweile hat man verstanden, dass unzufriedene Gäste nicht wiederkommen und niemandem das Lokal weiterempfehlen. 

 Doch es gibt auch das andere Warschau. Dieses erlebt man auf dem Weg zur Arbeit und 8 Stunden später auf dem Heimweg. In diesen Zeiten ist die Quote der am Zebrastreifen stehenbleibenden wesentlich geringer, der Stress steht den Leuten in Bussen und S-Bahnen ins Gesicht geschrieben und politische Themen…..naja, die Politiker sind in Polen die wohl meistgehasste Kaste. 

 Dann gibt es noch die Generation 65+. Wieso kann man die Vertreter dieser Gruppe kaum oder nie auf den Promenaden und in den Einkaufsmalls sehen? Einfach – weil sie es sich nicht leisten können. Stattdessen verbringen sie ihre freie Zeit (und davon haben sie zu genüge) auf Basaren oder eben zu Hause. 

 Wenn Sie dieses Warschau also sehen und fühlen wollen (bisher hatte keiner meiner Gäste ein solches Bedürfnis), dann müssen Sie sich mit den Warschauern auf den Weg machen zur Arbeit oder auf den Basar. 

 Es gibt jedoch ein Seite der Stadt, welche man in anderen Städten nicht findet. Aber davon nächstes Mal.

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